Schweigend saß ich im Wohnzimmer, meine Mutter summte in der Küche vor sich her. Nie wieder würde es so sein, wie es einmal war. Ich war gerade 17 geworden, hatte immer viel Zeit mit dir verbracht, wenn du nicht gerade mit deiner Band auf Tour warst. Mein kleiner Bruder Matthau lernte dich nur 4 Jahre lang kennen. „Jukka, kommst du jetzt endlich mal essen“ rief meine Mutter aus der Küche. Tief in Gedanken über mich, meine Familie und vor allem meinem Vater trottete ich langsam in unsere typisch finnische Essecke, direkt neben der Küchentür. „Huhu. Jemand zuhause?“ fuchtelte mein 5 Jahre jüngerer Bruder vor meinem Gesicht rum. „Jetzt iss doch wenigstens EINMAL vernünftig. Dauernd stocherst du in deinem Teller rum. Kein Wunder das du so dünn bist, könnte ja grad meinen, du leidest unter Magersucht. Wo bist du immer bloß mit deinem Gedanken? Du bleibst jetzt sitzen und isst. Wenn der Teller leer ist, kannst du aufstehen!“ „Ich bin kein kleines Kind mehr, wenn ich keinen Hunger hab dann hab ich nun mal keinen Hunger!“ Ich stand auf und verließ den Raum. Naja, ich versuchte es, aber meine Mutter war schneller und packte mich am Arm. „So nicht, Freundchen! Du bleibst jetzt hier und erzählst was los ist!“ Ihr Griff wurde immer fester und dies an meinem Unterarm, den ich mir heute morgen erst frisch verbunden habe.
Es ist eine Frage der Zeit, bis es jemand rausfindet. Mein Geheimnis. Seit geraumer Zeit schon mache ich mir Gedanken um meine Vergangenheit. Über jenen wenigen Jahre, die ich mit meinem Vater zusammen verbringen konnte. Diese Schmerzen, las ich von seinem Tod erfuhr, wollten nicht aufhören. Im Gegenteil, sie werden immer stärker. Im Laufe der Zeit probierte ich viele Methoden aus, um den Schmerz zu vergessen: Drogen, Alkohol….und dann fand ich diese glänzenden, silbernen Metallscheiben. Mit kleinen Schnitten auf der obersten Hautschicht fing es an. Diese Narben sind verheilt. Doch die leichten Schnitte auf meiner Haut brachten mir nichts. Allmählich wurden die Schnitte tiefer, es entstanden Narben, die nie verheilen werden. Und genu an diesem Morgen hatte ich es wieder getan. Frische,blutrote Schnitte zierten meinen Unterarm. Jedes Mal, bei einem neuen Versuch, denke ich mir:“ Bald bin ich bei dir, Papa, dann haben wir alle Zeit der Welt um all die Dinge miteinander zu tun, für die uns die Zeit genommen wurde.
Ich riss mich von meiner Mutter los, flüchtete ins Badezimmer, öffnete das kleine Schränkchen und fuhr mit den Fingern über das kühle Metall. Mit zittenden Händen nahm ich es heraus und setzte an. „Dies wird mein letztes Mal sein! Ich komme zu dir, Papa!“ und dann wurde es schwarz.
_________________ Auf deutsch MANN auf finnisch MIES.....ZUFALL????
hehe danke...hab ich geschrieben, als ich mitten in meiner depression war... ging mir (in etwa) genauso scheiße... ist zwar nicht das gleiche passiert, aber mir gings sau schlimm damals... (vor 1/2 jahr ca.)
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