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~valira~
CB Freak


Alter: 104
Anmeldungsdatum: 27.09.2007
Beiträge: 397
Wohnort: World of eternal twilight
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BeitragVerfasst: 22/10/2007, 11:18  Titel:  Valira's kleine Schreib- und Bastelecke Nach untenNach oben

Wie nun gewünscht, werde ich hier meine Geschichten und Gedichte posten, die so über die Jahre entstanden sind.
Das wird einige Zeit dauern, da ich die meisten nur auf Papier stehen habe oder nochmal überarbeiten muß.

Ich nehme deshalb mal die, die schon fast fertig waren - da ging der Feinschliff sehr schnell Smile

Fangen wir mit etwas lustigem an:
Meine erste Geschichte und bisher auch meine liebste ^-^

----------------

Der Kobold
- oder die schwierige Frage des Sterbens oder des nicht Sterbens



"Nun, nehmt platz mein Freund und hört mir eine Weile zu.
Ich möchte Euch heute eine wahre Geschichte erzählen.
Einst - lang, lang ist's her, um genau zu sein war es im letzten Sommer - da wollt ein runzeliger, krummbuckeliger Kobold mit einer fetten Warze auf der Nase seinem Leben aus Langeweile ein Ende setzen.
Das heißt, die fette Warze auf der Nase wird's wohl nicht gewollt haben, aber sie hatte keine andere Wahl. Das Schicksal einer Warze eben - wenn du ein Schmarotzer bist, dann wirst du auch selbst mal ausgenutzt.
Der Kobold war der Meinung, er habe schon zu lange gelebt.
Dabei sind 537 Jahre, 6 Monde und 7 Sonnenaufgänge - oder waren's 8?- kein Alter
Oder was meint Ihr?

Nun saß er da also an seinem Teich und quälte sich mit dem einen Gedanken: Wie sollte er es beenden?
Es sollte spektakulär sein, sicher!
Nicht wehtun - niemals! Schmerzen waren nichts für ihn - und es sollte nicht zu viel Aufmerksamkeit erregen, für den Fall das es nicht klappen sollte; er wollte sich ja schließlich nicht blamieren, nein nein nein!
Ja, der runzelige Kobold war schon immer eine Extrawurst gewesen- nicht vom Aussehen her; es wäre eine Beleidigung für jede Wurst mit so einem verschrumpelten Etwas verglichen zu werden.
Aber wer ist nicht gerne eine Extrawurst? Vom wurstigen Aussehen abgesehen.
Heute heißt es dann oft aber Individualist, hört sich ja auch schöner an.
Er saß also auf seinem Stein am Teich und sinnte nach- über den Selbstmord natürlich, nicht ob es Individualist oder Extrawurst hieß.
Er dachte, sinnte, dachte, grübelte, stand auf, sinnte, setzte sich, dachte, grübelte und …schlief ein.
Wie war nichts tun doch ermüdend… einfach schrecklich.

Wie jede Nacht schnarchte er wie eine Motorsäge so, dass die Tiere im Wald schimpfend das Weite suchten oder sich tief in die Erde eingruben.

Am nächsten Morgen weckte ihn das laute Brummen und Grummeln seines leeren Magens. Hatte er doch tatsächlich gestern mal wieder vergessen zu essen.
Er beschloss die Gedanken an seinen Selbstmord bis nach dem Essen zu vertagen.
Man muss in seinen Leben ja Prioritäten setzen und wer will schon mit leerem Magen sterben?
Niemand, eben drum.

Nach seinem kleinen Imbiss, viel weniger als gewöhnlich; es könnte ja sein Magen platzen und dann hätte er keine Möglichkeit mehr über seinen Tod nachzusinnen.
Mit seinen 31 Äpfeln im Magen (und einem in der Hand), die er von des Bauern's Plantage am Rande des Sees stibitzt hatte, ging er nun durch den Wald und hing wieder seinen Gedanken nach.
Während er einem Vogel hinterher schaute, stolperte er zufälligerweise über ein Seil auf dem Boden.
Nein, was für ein unverschämtes, ungemeines Glück er doch hatte!
Zwar war der Apfel futsch, aber er wusste jetzt wie er es tun könnte.
Erhängen, das war's! Welch großartiger Einfall!

Der Kobold bückte sich und hob das Seil auf. Beim Aufrichten durchzuckte ihn ein Schmerz im Kreuz - na ja ok, Buckel, oder wie man es auch immer nennen will.

Machte auch nichts! Man musste ja Prioritäten setzen...
Fröhlich vor sich hinsummend versuchte er sich nach einem Ast auszustrecken.
Aber... wie konnte das nur sein?
Nein, was für ein Pech - nicht für die fette Warze, die würde in die Hände klatschen, wenn sie welche besäße.
Seine kurzen Arme reichten nicht bis zu den niedrigsten Ästen der Bäume hinauf.
Er hüpfte, sprang, fluchte - da die Möglichkeit besteht, dass Minderjährige oder Zartbesaitete diese Geschichte hören, gehen wir auf die exakten Worte bzw. Flüche nicht ein. Vorbildfunktion, klar! - und probierte jeden Ast aus, doch keiner wollte tiefer kommen.
Die Bäume schienen ihn auszulachen und mit ihren Fingern – ok Ästen - auf ihn zu zeigen.
Wütend trat der Kobold gegen einen der Bäume, was eine schlechte Idee war, da jetzt auch noch sein Fuß weh tat und er zeternd mit skurrilen Hopsern im Kreis herum hopste.
Die Bäume schnappten nach Luft und kringelten sich auf dem Boden - nein taten sie nicht, sie standen immer noch still da, aber wenn sie könnten, würde sich jetzt ein ganzer Wald auf dem Boden winden.

Aber wie schon erwähnt, musste man ja Prioritäten setzen, deshalb hörte er wieder auf herumzuhopsen und wand sich den wirklich wichtigen Dingen seines Lebens zu – seinem Ende.
Wenn die Äste nicht zu ihm runter kamen, kommt er halt zu ihnen rauf.
Er häufte das Laub und kletterte darauf - muss ziemlich komisch ausgesehen haben, stellt Euch einen buckeligen, runzeligen Kobold beim klettern vor, dann wisst ihr was ich meine -, bevor er jedoch einen Ast erreichen konnte - stimmt nicht, er war immer noch zu klein, aber lassen wir ihm in dem Glaube... Einbildung ist ja auch eine Bildung - fiel der Haufen in sich zusammen und der runzelige Kobold lag auf seinem krummen Rücken am Boden und grummelte missmutig vor sich hin.
Die Bäume schienen loszuprusten und das Lachen nur mühsam zu unterdrücken, selbst die Käfer und anderen Waldtiere mussten wegsehen, um nicht loszulachen - wie gemein sie doch waren.
Ungeschickt rappelte er sich auf und warf das Seil weg. Es blieb in einem der Bäume hängen.
Na schön, das Seil war oben… aber er kam immer noch nicht dran.
Pech - hatte man ihm nie gesagt, dass man sich mit Seilen auch erwürgen kann?

Dafür fiel sein Blick auf einen rostigen Dolch.
Er nahm ihn in seine linke Hand, schob ihn in die rechte, dann wieder in die linke.
Er fuhr mit der Spitze über seine runzelige Haut vor seinem Herzen.
Doch zustechen konnte er nicht, dafür fehlte ihm der Mut.
Die Spitze war ihm zu spitz und die Klinge zu scharf
- Ihr fragt Euch an dieser Stelle sicher, ob das mit dem sterben heute noch etwas wird... Nun es ist eben eine schwierige Sache, der Tod-
Also schmiss er den stumpfen, rostigen Dolch wieder weg.
An der Stelle, an der er - nicht der Kobold… der Dolch! - landete, raschelte es und er hörte das ärgerliche Schimpfen eines Hasen, den er wohl am Kopf getroffen hatte. Ein Glück, dass die Waffe nicht scharf war, sonst hätte er noch jemanden versehentlich getötet. Das mit dem Tod war schon ziemlich kompliziert...
Heute war wohl nicht der richtige Tag zum sterben, außerdem war er müde.
Das alles war anstrengender als vorher vermutet. Wenn er das vorher gewusst hätte, hätte er sich eine andere Beschäftigung gesucht.
Nur was?

Er legte sich wie immer an seinem Teich zum schlafen hin und schnarchte die ganze Nacht hindurch.
Die Waldtiere flüchteten kurzer Hand, bis auf ein mutiges Wesen...
Frau Eichhörnchen reichte es, ihr war im wahrsten Sinne des Wortes die Galle übergelaufen. Schimpfend und zeternd schmiss sie mit Haselnüssen nach dem Kobold, der freilich nichts von dem mitbekam.
Das Eichhörnchen definieren wir in dieser Geschichte als einer der Bösewichte, auch wenn es eigentlich Opfer ist, aber was wäre eine Geschichte ohne Bösewichte? – Nichts, eben.

Der Kobold wachte früh am nächsten Morgen mit schmerzenden Gliedern auf.
Er hatte lauter blaue Flecken - nun, sie waren nicht blau, sondern einfach nur dunkler als die dunkelbraune Haut, aber unter blauen Flecken kann sich jeder etwas vorstellen.

Wo kamen sie her? Er hat doch im Gras und nicht auf Steinen geschlafen.
- Sicher, wir wissen, dass es die Haselnüsse waren, er aber nicht. Er hat ja geschlafen.
In seinem Magen herrschte wieder ein flaues Gefühl und sein Blick glitt über einige Pilze.
Das ist es! Ja!
Das Gift der Pilze würde ihn töten und er würde auch nicht mit leeren Magen sterben.
Welch grandiose Idee! Welch Wink der Götter!
Die fette Warze auf der Nase des Kobolds verdrehte angewidert die Augen; wie hasste sie doch Pilze.
Er pflückte jeden Pilz, den er finden konnte und türmte sie neben dem See auf - Von der Menge her könnte es eine ganze Herde Elefanten und Ochsen umhauen; zur Veranschaulichung stellen wir uns einfach einen sehr, seeeeeeeehr großen Haufen vor.

Mit zufriedenem Nicken fing er an sich die Pilze in den Mund zu stopfen und zu werfen. Sie schmeckten köstlich und der Berg wurde schnell kleiner, bis gar nichts mehr übrig war.
Schmatzend schleckte er sich seine Finger ab. Kein Gift verschwenden, nein- außerdem schmeckten sie so herrlich.

Jetzt musste er nur noch warten bis es wirken würde.
Er wunderte sich, wie einfach sterben doch war, wenn man es schlau anstellte -(schlau?)
Er wartete also.
Die Sonne stieg und senkte sich wieder. Schon bald würde sie hinter dem Horizont verschwinden, nur noch wenige Stunden.
Aber die Wirkung des Giftes wollte einfach noch nicht einsetzen.

Da traf ihn eine Haselnuss am Hinterkopf.
Erstaunt sah der Kobold auf das Eichhörnchen - Frau Eichhörnchen mit dem buschigen Schwanz, einer unserer Bösewichte.
Schimpfend warf sie mehr Haselnüsse nach ihm.
Ihr Gesicht war zu einer irren Fratze verzerrt und das weiße ihrer Augen trat hervor - nein tat es nicht, hört sich aber spektakulärer an.
"Du dummes Stück!."
Noch immer flogen Haselnüsse und sie zog ein Nudelholz aus der Schürze.

"Du bist so dumm. Wenn Dummheit wehtun würde, würdest du im Gras liegen und dich vor Schmerzen winden. Hast du vergessen, dass du ein Geschöpf des Waldes bist und somit gegen jegliches Gift immun bist. Arg, wie blöd kann man nur sein..."
Frau Eichhörnchen fuchtelte noch immer mit ihrem Nudelholz wie eine Furie durch die Luft, drehte sich dann auf dem Absatz um, raffte ihre rot karierte Schürze und hüpfte mit hoch erhobenem - buschigen, jaja - Schwanz davon.

Wie konnte er das nur vergessen haben?
Sie hatte natürlich recht, wie immer.
Die gute Frau Eichhörnchen, die Freude seines Lebens.

Wirklich dumm von ihm.
Wenigstens hatten die Pilze gut geschmeckt

Aus lauter Frust sprang er in den Teich.
Ertrinken war eigentliche eine Form des Sterbens, die er verabscheute, aber das spielte jetzt keine Rolle mehr.
Er hatte sich schon genug blamiert.

Schreiend und mit seltsamen Hopsern hüpfte er ins Wasser, bis sein Kopf untergetaucht war und wartete darauf, dass ihm die Luft ausging.
Doch bevor es dazu kam, griff eine zarte Hand nach ihm und trug ihn ans Ufer.
Natürlich, es wäre ja auch ein Wunder gewesen wenn es jetzt geklappt hätte.
Er hatte seinen Freund, den Quellgeist vergessen.
Wütend hopste er wieder ins Wasser, wurde aber auch jetzt wieder gerettet.
Die Fische im Wasser starrten den Kobold mit großen, dumpfen Augen an, in denen sich ihre Belustigung widerspiegelte.
Da Fische nicht lachen konnten, schwammen sie nur vergnügt im Kreis umher.

Immer wieder sprang der Kobold ins Wasser, die ganze Nacht hindurch. Erfolglos.
Bis er es schließlich am nächsten Morgen aufgab.
Brummelnd und grummelnd saß er am Rande des Teichs und beschloss, jetzt doch nicht mehr zu sterben, da
es
1.) ihm zu bunt wurde
2.) er keine Lust mehr hatte
3.) war es doch nicht so aufregend wie vorher vermutet und
4.) war es ihm viel zu anstrengend geworden.

Er sinnte jetzt darüber nach, was er tun konnte.
Nichts anstrengendes, aber ein Abenteuer; es sollte etwas mit Essen zu tun haben und nicht zu vergessen sollte es noch..... und so weiter.

Dumm nur, dass der Kobold nicht auf seine Umgebung geachtet hatte, denn ein Bär - in dieser Geschichte unser zweiter Bösewicht, obwohl auch er nur Opfer der Lärmbelästigung war - näherte sich ihm von hinten und schlug den Kobold mit seiner großen Tatze nieder, dann verschwand er wieder im Wald.

Er hatte wohl das ständige Schnarchen toleriert, aber nicht das Gezeter, die ganze letzte Nacht hindurch
Genug ist genug!

Tja, jetzt lag der runzelige Kobold tot im Gras, während die fette Warze auf seiner Nase sich grämte.
So hatte der Kobold sich das nicht vorgestellt… die Warze sicher auch nicht.
Wollte er sich doch gerade mit etwas anderem beschäftigen.
Unverhofft kommt oft.

Ihr fragt Euch jetzt sicher, was uns diese Geschichte sagen will...
(Halbe Eier rollen nicht?)
Nichts.
Allerhöchstens, dass das Leben nur von kurzer Dauer ist, obwohl ich mir da auch nicht sicher bin - dass die Geschichte, das aussagen will; dass das Leben viel zu kurz ist ja eh jedem bekannt."



(Diese Geschichte ist teilweise an ein Bardenlied angelehnt...)


--------------

Und, damit es nicht nur altes Zeug hier hat, ein neueres Gedicht.
Es hat noch keinen Namen, wenn euch also spontan was kreatives einfällt, lasst es mich wissen =)

Höre auf den tanzenden Wind,
lausche was er dir leise bringt.
Lieder voller Hoffnung er verzweifelt singt,
doch jedes einzelne ungehört verklingt.

Jegliches Verlangen und Schreien, was hat es dir gebracht?
Hat nur unsägliche Tränen der Verzweiflung entfacht.
Und an deinem Himmel nun die grausame Finsternis wacht.
Sag, wie viele Stunden wurden so schon unter ihm verbracht?

Die Zeit, sie zog gnadenlos weiter ins Land,
verlor sich gar hilflos im tiefsten Sand.
Hier an der Seele dunkelster Rand,
das letzte Licht entwich aus meiner Hand.

Doch, wenn der sanfte Wind streicht über deine Wangen,
so erinnere dich: 'Du musst niemals bangen.'
Auch wenn es alle Sterne sangen,
ich bin nicht fort gegangen!

---------

Grüße,
Das Valiratier

_________________
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<3 Mister Merle <3

Fische  Affe Versteckt
Mey-chu
Your Private Tink <3
Your Private Tink <3


Alter: 24
Anmeldungsdatum: 22.09.2007
Beiträge: 1278
Wohnort: Hamilton, Virginia (USA)
usa.gif
BeitragVerfasst: 25/10/2007, 03:52  Titel:  (Kein Titel) Nach untenNach oben

aww, der arme kobold q.q~~!
die geschichte ist voll... toll irgendwie xD. musste lachen, als ich sie gelesen habe :3 ...
irgendwie erinnert mich der kobold auch an shin xD... er is auch so gammelig, irgendwie.

jedenfalls... mehr so tolle geschichten, bitte :3!

_________________
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Steinbock  Katze Offline
päivi-pek
*Lumi~Pussy~Deluxe* alias Hausmeisterin


Alter: 21
Anmeldungsdatum: 07.10.2007
Beiträge: 5391
Wohnort: NRW
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BeitragVerfasst: 16/6/2008, 09:41  Titel:  (Kein Titel) Nach untenNach oben

Verschoben ins OT-FF-Bereich Wink

_________________
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Auf deutsch MANN auf finnisch MIES.....ZUFALL????

Löwe  Pferd Versteckt
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